Liebe Leserin, lieber Leser,
am Sonnabend sind erneut soziale Massenproteste in Frankreich geplant. Präsident Macron und seine Regierung setzen bereits im Vorfeld auf Repression. Zahlreiche Demonstrationen wurden verboten. Zehntausende Polizisten aber auch Armeespezialeinheiten stehen zur Niederschlagung von Protesten bereit. Unterdessen werden Tausende in den letzten Tagen und Wochen festgenommene Teilnehmer der Proteste in Schnellverfahren abgeurteilt. David Siegmund-Schultze berichtet.
Der Funke aus Frankreich könnte nun auf Deutschland überspringen. Hier ist für Sonnabend 31.Oktober ein bundesweiter Protesttag auf der Straße geplant. Zeit wird es! Schrill sind schon jetzt die Töne in der bürgerlichen Presse angesichts dieses Protesttages. Vor „Unterwanderung“ durch „Linksextremisten“ wird gewarnt. Solche sieht die CSU auch in Berlin am Werk, wo demnächst eine rot-grün-roten Koalition gebildet werden könnte. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Linkspartei bzw. PDS an einer Berliner Landesregierung beteiligt ist. Doch nun ruft Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nach einer »Extremismusklausel«, um »extremistisch« regierte Bundesländer vom Länderfinanzausgleich auszuschließen, die Wähler also für nicht genehmes Abstimmverhalten abzustrafen. Mit solchen Forderungen desintegriert sich der Staat, den Söder und Co zu schützen vorgeben, am Ende selbst, meint Daniel Bratanovic im Kommentar.
Eine gute Lektüre wünscht Chefredakteur Nick Brauns
Julian Stratenschulte/dpa
Bei VW sondieren Vorstand und IG Metall die Lage vor der Tarifrunde. Die Zeichen stehen auf Streik Von Klaus Fischer
Kinder ohne Nahrung. In Afghanistan, Gaza und anderen Weltregionen spitzt sich die Lage zu Von Jakob Reimann
Wer in Brasilien Präsident wird, entscheidet auch über Souveränität oder Unterordnung unter die USA Von Frederic Schnatterer
Anadolu Agency/IMAGO
Frankreich
Macron setzt vor den für Sonnabend angekündigten Protesten auf Repression: Die Regierung hat Demoverbote und den Einsatz von Soldaten beschlossen, während Gerichte festgenommene Demonstranten per Schnellverfahren verurteilen. Von David Siegmund-Schultze
Peter Kneffel/dpa
»Extremismusklausel«
Markus Söder erwägt, vermöge einer »Extremismusklausel« solche Länder vom Finanzausgleich abzuschneiden, »die extremistisch regiert werden«. Geld, soll das heißen, gäbe es dann nur noch bei genehmem Abstimmungsverhalten. Von Daniel Bratanovic
Silas Stein/dpa
Das Finanzministerium will die Tabaksteuer zum 1. Januar 2027 erhöhen und scheitert dabei an sich selbst. Während für flüssige Nikotinprodukte die Steuer versehentlich ab Oktober wegfällt, sind laut Gesetz andere Tabakwaren sofort von der Erhöhung betroffen. Von Amelie E. Höcker
privat
Marxisten
Eine Hommage an den marxistischen Literaturwissenschaftler Juan Carlos Rodríguez, der vor zehn Jahren in Granada gestorben ist, wo er als Schüler von Althusser den Marxismus an der Universität verankerte. Von Barbara Eisenmann
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Die Einladung sowie die Gespräche selbst sind vertraulich.
Eine Sprecherin der Berliner CDU erklärte am Freitag, der Landesvorsitzende Stefan Evers habe die Führungen von Grünen und SPD zu Gesprächen über »die aktuelle Lage« eingeladen.
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Steinach/IMAGO
Nach öffentlicher Kritik spanischer Aktivisten und einer privaten Protestnote an die Regierung in Madrid schweigen Cervantes-Institut und spanische Botschaft über eine für kommende Woche geplanten Plauderrunde von Rüstungslobbyisten. Von Carmela Negrete
Richard Klima
In der spanischen Exklave Ceuta harren Tausende Geflüchtete unter prekären Bedingungen aus. Sie berichten von Misshandlungen durch das Militär, traumatischen Fluchterlebnissen und der ständigen Angst vor Abschiebung. Von Fotos und Text von Richard Klima
Neue Einsichten haben die von Hackern erbeuteten AfD-Mails bislang nicht erbracht. Ein Großteil der Mails ist über zehn Jahre alt, viele zitierte Äußerungen bestätigen, was über die Partei bekannt ist. Von Kristian Stemmler
Am Freitag verlangten Gewerkschaft und Gesamtbetriebsrat die Rücknahme der Kündigung fast aller Haustarifverträge durch den Vorstand. »Wir erwarten von Volkswagen, dass der Vertrauensbruch rückgängig gemacht wird«. Von Klaus Fischer
Ramon Espinosa/AP
Vor der UN-Resolution zur jahrzehntelangen US-Blockade gegen Kuba kennt Washington nur eins: Einschüchterungen und Drohungen. Dabei lassen die Zwangsmaßnahmen der Inselrepublik kaum noch Luft zum Leben. Von Volker Hermsdorf
Der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems profitiert vom Völkermord. Seinen Gegnern wird der Prozess in Stuttgart gemacht, nachdem sie die Waffenproduktion für den Völkermord in Gaza angreifen wollten. Von Helga Baumgarten
Brian Inganga/AP
Kenia
In der kenianischen Metropole Nairobi ist am Freitag aus bisher unbekannten Gründen ein zwölfstöckiges Haus eingestürzt, das sich noch im Bau befand. Das Erdgeschoss war bereits bewohnt, Retter suchten fieberhaft nach Überlebenden.
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Konzert
Dienstag, 3. November 2026, 19:30 Uhr
ERNTE spielt Arbeitslieder und Lieder aus antifaschistischen, antirassistischen und antiimperialistischen Widerstandsbewegungen aus aller Welt. Die Gruppe vereint vier Musiker*innen aus Deutschland, der Schweiz und Griechenland, die hier die Zeichen der Zeit auf musikalischer und poetischer Ebene verhandeln. Sie widmen sich einem Repertoire des 20. Jahrhunderts, das in vielen Fällen die Ernte ihrer (Krisen)Zeit war: Widerstandslieder, Arbeiterlieder, Partisanenlieder und Kampflieder gegen den Faschismus.
Die Aussaat unserer Zeit und die herrschende globale Politik wird uns womöglich eine Ernte bescheren, die kaum mehr verdaulich sein wird - nicht zuletzt in der Agrar- und Nahrungsmittelpolitik. Deshalb spielt ERNTE getreu dem Motto „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“ Musik mit und im Protest. (Fast) Ohne Liedtexte, dafür mit großer Spielfreude und allem was der Jazz dahingehend zu bieten hat: Improvisation, Unberechenbarkeit, Energie, Transzendenz und eine Spur Melancholie.
BENJAMIN WEIDEKAMP - Altsaxophon, Klarinette
ULI KEMPENDORFF -Tenorsaxophon, Klarinette
ANNE METTE IVERSEN - Kontrabass
CHRISTIAN MARIEN - Schlagzeug
Ort: junge Welt-Maigalerie, Torstraße 6, 10119 Berlin
Beginn: 19.30 Uhr, Einlass ab 19.00 Uhr
Eintritt: 10€ (Ermäßigt: 5€)
Um Anmeldung unter 030 / 53 63 55 54 oder maigalerie@jungewelt.de wird gebeten.