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Samstag, 24. Oktober 2026, Nr. 245
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Liebe Leserin, lieber Leser,

am Sonnabend sind erneut soziale Massenproteste in Frankreich geplant. Präsident Macron und seine Regierung setzen bereits im Vorfeld auf Repression. Zahlreiche Demonstrationen wurden verboten. Zehntausende Polizisten aber auch Armeespezialeinheiten stehen zur Niederschlagung von Protesten bereit. Unterdessen werden Tausende in den letzten Tagen und Wochen festgenommene Teilnehmer der Proteste in Schnellverfahren abgeurteilt. David Siegmund-Schultze berichtet.

Der Funke aus Frankreich könnte nun auf Deutschland überspringen. Hier ist für Sonnabend 31.Oktober ein bundesweiter Protesttag auf der Straße geplant. Zeit wird es! Schrill sind schon jetzt die Töne in der bürgerlichen Presse angesichts dieses Protesttages. Vor „Unterwanderung“ durch „Linksextremisten“ wird gewarnt. Solche sieht die CSU auch in Berlin am Werk, wo demnächst eine rot-grün-roten Koalition gebildet werden könnte. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Linkspartei bzw. PDS an einer Berliner Landesregierung beteiligt ist. Doch nun ruft Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nach einer »Extremismusklausel«, um »extremistisch« regierte Bundesländer vom Länderfinanzausgleich auszuschließen, die Wähler also für nicht genehmes Abstimmverhalten abzustrafen. Mit solchen Forderungen desintegriert sich der Staat, den Söder und Co zu schützen vorgeben, am Ende selbst, meint Daniel Bratanovic im Kommentar.

Eine gute Lektüre wünscht Chefredakteur Nick Brauns

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Titel
Anadolu Agency/IMAGO
Frankreich
Macron setzt auf Gewalt
Macron setzt vor den für Sonnabend angekündigten Protesten auf Repression: Die Regierung hat Demoverbote und den Einsatz von Soldaten beschlossen, während Gerichte festgenommene Demonstranten per Schnellverfahren verurteilen. Von David Siegmund-Schultze
Kommentar
Peter Kneffel/dpa
Söders Desintegration
»Extremismusklausel«
Markus Söder erwägt, vermöge einer »Extremismusklausel« solche Länder vom Finanzausgleich abzuschneiden, »die extremistisch regiert werden«. Geld, soll das heißen, gäbe es dann nur noch bei genehmem Abstimmungsverhalten. Von Daniel Bratanovic
Porträt
Silas Stein/dpa
Steuergeschenk des Tages: E-Liquid-Steuer
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ABO Gegen die Ausbeutung denken
Eine Hommage an den marxistischen Literaturwissenschaftler Juan Carlos Rodríguez, der vor zehn Jahren in Granada gestorben ist, wo er als Schüler von Althusser den Marxismus an der Universität verankerte. Von Barbara Eisenmann
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Zitat des Tages
 
Die Einladung sowie die Gespräche selbst sind vertraulich.
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In der spanischen Exklave Ceuta harren Tausende Geflüchtete unter prekären Bedingungen aus. Sie berichten von Misshandlungen durch das Militär, traumatischen Fluchterlebnissen und der ständigen Angst vor Abschiebung. Von Fotos und Text von Richard Klima
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Neue Einsichten haben die von Hackern erbeuteten AfD-Mails bislang nicht erbracht. Ein Großteil der Mails ist über zehn Jahre alt, viele zitierte Äußerungen bestätigen, was über die Partei bekannt ist. Von Kristian Stemmler
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Am Freitag verlangten Gewerkschaft und Gesamtbetriebsrat die Rücknahme der Kündigung fast aller Haustarifverträge durch den Vorstand. »Wir erwarten von Volkswagen, dass der Vertrauensbruch rückgängig gemacht wird«. Von Klaus Fischer
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Vor der UN-Resolution zur jahrzehntelangen US-Blockade gegen Kuba kennt Washington nur eins: Einschüchterungen und Drohungen. Dabei lassen die Zwangsmaßnahmen der Inselrepublik kaum noch Luft zum Leben. Von Volker Hermsdorf
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Der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems profitiert vom Völkermord. Seinen Gegnern wird der Prozess in Stuttgart gemacht, nachdem sie die Waffenproduktion für den Völkermord in Gaza angreifen wollten. Von Helga Baumgarten
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Ohne Kommentar
Brian Inganga/AP
Kenia
Auf einen Blick
In der kenianischen Metropole Nairobi ist am Freitag aus bisher unbekannten Gründen ein zwölfstöckiges Haus eingestürzt, das sich noch im Bau befand. Das Erdgeschoss war bereits bewohnt, Retter suchten fieberhaft nach Überlebenden.
Veranstaltung
Promo
Konzert
jW geht Jazz - Hannes Zerbe und Freunde: ERNTE
Dienstag, 3. November 2026, 19:30 Uhr
ERNTE spielt Arbeitslieder und Lieder aus antifaschistischen, antirassistischen und antiimperialistischen Widerstandsbewegungen aus aller Welt. Die Gruppe vereint vier Musiker*innen aus Deutschland, der Schweiz und Griechenland, die hier die Zeichen der Zeit auf musikalischer und poetischer Ebene verhandeln. Sie widmen sich einem Repertoire des 20. Jahrhunderts, das in vielen Fällen die Ernte ihrer (Krisen)Zeit war: Widerstandslieder, Arbeiterlieder, Partisanenlieder und Kampflieder gegen den Faschismus.

Die Aussaat unserer Zeit und die herrschende globale Politik wird uns womöglich eine Ernte bescheren, die kaum mehr verdaulich sein wird - nicht zuletzt in der Agrar- und Nahrungsmittelpolitik. Deshalb spielt ERNTE getreu dem Motto „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“ Musik mit und im Protest. (Fast) Ohne Liedtexte, dafür mit großer Spielfreude und allem was der Jazz dahingehend zu bieten hat: Improvisation, Unberechenbarkeit, Energie, Transzendenz und eine Spur Melancholie.

BENJAMIN WEIDEKAMP - Altsaxophon, Klarinette
ULI KEMPENDORFF -Tenorsaxophon, Klarinette
ANNE METTE IVERSEN - Kontrabass
CHRISTIAN MARIEN - Schlagzeug

Ort: junge Welt-Maigalerie, Torstraße 6, 10119 Berlin
Beginn: 19.30 Uhr, Einlass ab 19.00 Uhr
Eintritt: 10€ (Ermäßigt: 5€)

Um Anmeldung unter 030 / 53 63 55 54 oder maigalerie@jungewelt.de wird gebeten.
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