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Abhöraffäre in Spanien

Barcelona. Nach dem Finanz­skandal bei der konservativen Volkspartei in Spanien erschüttert eine Abhöraffäre von nicht absehbaren Ausmaßen die Politik. Privatdetektive sollen in der Region Katalonien Politiker mehrerer Parteien, Unternehmer sowie Prominente abgehört und ausspioniert haben. Die Detekteien hätten im Auftrag verschiedener Kunden mehr als 500 Dossiers angelegt, berichtete die Zeitung La Vanguardia am Freitag. Die Zeitung El Mundo sprach von einem »katalanischen Watergate«. Spaniens Innenminister Jorge Fernández Díaz bestätigte, daß die Polizei Ermittlungen eingeleitet habe. Die Affäre wurde öffentlich, nachdem die Chefin der konservativen Volkspartei in Katalonien (PPC), Alicia Sánchez-Camacho, bei einer Unterredung in einem Restaurant abgehört worden war und Anzeige erstattet hatte. Der katalanische Parteichef der Sozialisten, Pere Navarro, bestätigte, daß seine Partei Aufträge an Detektivbüros erteilt habe. Dabei sei es aber nur um Sicherheitsfragen gegangen und nicht um Abhöraktionen.

(dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 16.02.2013, Seite 7, Ausland

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