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Thüringen: Demo nach Angriff mit Schlagring

Erfurt. Ein junger Antifaschist der kommunistischen Jugendgruppe »Rotes Erfurt« ist am Freitag Opfer eines Angriffs geworden. Der Jugendliche war laut Mitteilung der Gruppe aus einem Zug gestiegen, als Anhänger bekannter lokaler Neonazistrukturen seinen Namen riefen und ihn mit einem Schlagring bewaffnet angriffen. Als der Attackierte zu Boden ging, sei weiter auf ihn eingeprügelt worden. Er sei dabei als »Zecke« beschimpft und von den Angreifern mit den Worten »Beim nächsten Mal gibt’s mehr!« bedroht worden. Dem Opfer seien mehrere Gesichtsknochen gebrochen worden, der Jugendliche sei derzeit auf einem Auge erblindet und befinde sich im Krankenhaus. Erst Ende März war eine Antifaschistin in Berlin-Lichtenberg Opfer eines Angriffs mit einer Machete geworden. Die kommunistische Jugendgruppe lasse sich nicht einschüchtern, hieß es weiter, und rief zu einer Demonstration für vergangenen Sonntag am Erfurter Willy-Brandt-Platz auf. Das Motto lautete: »Greift ihr einen an, antworten wir alle.« Etwa 200 Menschen versammelten sich in Solidarität mit dem Opfer und gegen rechte Schläger. In verschiedenen Redebeiträgen wurde der Angriff mit erstarkenden rechten Jugendgruppen in Verbindung gesetzt. Zum Ende der Demonstration wurde eine Person von der Polizei festgenommen. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.04.2026, Seite 15, Antifaschismus

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