Warum weil?
Von Wiglaf DrosteUnfähig, die unniederingbare Schönheit der Welt zu erfassen, in sich aufzunehmen und ihr auf diese bescheidene, beharrliche Weise teil-haftig zu werden, statt sie langweilig beherrschen zu wollen, saß der Schriftgelehrte am Meeresrand, ignorierte die Düfte von Pinien, Salz, Sonne und Sand, träumte von Mordanschlägen, prügelte mit einem Ast Treibholz auf das Wasser der See ein und zeterte vorwurfsvoll in Richtung Mekka, der Hauptstadt von Pauschalien: »Wa-rum tut ihr nichts?! Wa-rum än-dert ihr nichts?!« Manchmal ist »Warum?« die mit Abstand dümmste Frage der Welt, gegen die das oft nervige kindliche »Darum!« als tiefhumanes, grundgütiges Diktum erstrahlt.
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