Dein roter Faden in wirren Zeiten
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Aus: Ausgabe vom 03.03.2025, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

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Unsere Geschichte

Zu jW vom 26.2.: »Paranoia und Weltgeschichte«

Zu oft haben unsere eigenen Genossen, Kommunisten, leiden müssen. Schweres Leid, von eigenen Genossen zugefügt. Was für eine Tragödie bis zum heutigen Tag; wir spüren es in unserer täglichen politischen Arbeit immer wieder, sei es selbst beim Putzen von Stolpersteinen, beim Reinigen von Wegen, die nach ermordeten kommunistischen Widerstandskämpfern benannt wurden. Wir machen weiter, müssen weitermachen. Ehre und Zukunft des Kommunismus liegen bei Kämpfern nach dem Vorbild eines Rudolf Slánský, Generalsekretär der Kommunistischen Partei der ČSSR, 1952 in Prag gehängt, Artur London, Walter Janka, Wolfgang Harich. Sie alle haben ihr Leben einem großen Ziel gewidmet und mussten die Tragödie erfahren, von denen entrechtet und gedemütigt zu werden, die sie als die Ihren betrachtet hatten, wurden oft zerbrochen und blieben doch meistens den Idealen ihrer revolutionären Jugend treu. Auch Josef Smrkovský gehörte dazu, Parlamentspräsident in der ČSSR, Kommunist, Widerstandskämpfer gegen die faschistischen deutschen Besatzer, in den 50er Jahren zu 15 Jahren Haft verurteilt, 1963 rehabilitiert und im Fernsehen 1967/1968 immer wieder mit Studenten und jungen Arbeitern diskutierend zu sehen. Auch Smrkovský wurde nach seinem Tod 1974 achtlos behandelt, sollte völlig vergessen werden.

Wir Kommunistinnen und Kommunisten müssen uns besonders heute auch mit dieser Geschichte der revolutionären Arbeiterbewegung auseinandersetzen, es schadet uns nicht! Die politische Klasse dieses Landes, der BRD, sollte nicht vergessen, dass »ihr Schwarzbuch« des Kapitalismus und des Nazifaschismus, das bisher in keinem Verlag erschienen ist, täglich vor unseren Augen geschrieben wird.

Gerd-Rolf Rosenberger, Bremen

Priorität: Internationale Solidarität

Zu jW vom 26.2.: »Beilage: (Post-)Kolonialismus«

Angesichts der Unterstützung durch enorme Waffenlieferungen der kapitalistischen Länder, allem voran USA und BRD, an reaktionäre Regime in Asien, Afrika und Lateinamerika, sind die Waffenlieferungen der realsozialistischen Länder, auch der DDR, an die nationalen Befreiungsbewegungen in der sogenannten dritten Welt gerechtfertigt gewesen. Die internationale Solidarität hatte in der DDR Priorität. Also gehörte auch die militärische Unterstützung der nationalen Befreiungsbewegungen in ihrem Kampf gegen Imperialismus und für nationale Unabhängigkeit dazu.

Joachim Becker, Eilenburg

»Neuen Pflegestufe«

Zu jW vom 21.2.: »Kanzler der Bankster«

»Hamburger Linke empfehlen juristische Betreuung.« Mit dieser Empfehlung der Partei Die Linke kann man sich ja beruhigt zurücklehnen. Die Staatsanwaltschaft soll also ran. In Wikipedia steht: »Die Staatsanwaltschaft (StA) in Deutschland ist eine weisungsgebundene Behörde, die für die Strafverfolgung und -vollstreckung zuständig und als solche ein Teil der Exekutive ist. Sie ist in der Behörden- und Ministerialhierarchie letztlich weisungsabhängig vom Justizminister und wird Anklagebehörde genannt.« In Hamburg ist die Justiz durch Senatorin Anna Gallina (Bündnis 90/Die Grünen) vertreten – die auf Bundesebene als auch auf Landesebene zunehmend transparent gewordenen Qualifikationsanforderungen für solche Ämter auch bei den Grünen und die damit normal verknüpften Schlingen der Interessen machen die Wortwahl »juristische Betreuung« zur Voraussetzung einer neuen Pflegestufe bürgerlicher Strafverfolgung.

Alexander Voegele, Berlin

Erfolg auf der Fläche

Zu jW vom 25.2.: »Linke stärkt Westbindung«

Die Linke hat nicht nur in mehr oder weniger großen Städten hinzugewonnen. In meinem Landkreis Rendsburg-Eckernförde gibt es flächendeckend, also auch in den Dörfern, ungefähr eine Verdoppelung des Wahlergebnisses von 2021.

Rainer Beuthel, Eckernförde

»Alle auf die Straße«

Zu jW vom 25.2.: »›Die Friedenstauben sind entsorgt‹«

Herzlichen Dank für die klaren Worte von Tobias Pflüger im Interview! »Die neu erstarkte Fraktion Die Linke im Bundestag muss Teil unserer Bewegung, mit Protesten und Widerstand dagegen, sein.« Denn das »Aufrüsten wird mit Kürzungen im Sozialbereich einhergehen«. Mit dem Ausscheiden von Wagenknecht und Dagdelen werden die Stimmen einer konsequenten Friedenspartei, des BSW, fehlen. Damit aber auch die Stimmen unter anderem gegen den Größenwahn des israelischen Zionismus. Wenn linke Wähler dennoch nicht dem BSW, sondern – mit dem berechtigten Vorbehalt gegenüber dessen Asylpolitik – ihre Stimme der Partei Die Linke gegeben haben, so sollten wir bedenken, dass der ganze Komplex »Migration« das Einfallstor für das Nichtbehandeln der wichtigsten Themen im Wahlkampf war! Damit wurden Aufrüstungswahn, schreiende soziale Ungerechtigkeit und die Wirkungen der Klimakatastrophe als zentrale Themen ausgehebelt. Auch wenn es nach wie vor eine Binse ist, dass mit Hilfe des repräsentativen Parlamentarismus im Kapitalismus natürlich kein Blumentopf für die Mehrheit der Bevölkerung zu gewinnen ist, so wäre es wünschenswert, dass Die Linke »Teil unserer Bewegung« werden würde. Aber wie hieß es schon beim alten Hegel in seiner letzten veröffentlichten Schrift »Über die englische Reformbill«: »Die andere Macht (gegenüber den Gegnern der Reform Bill, MP) würde das Volk sein, und eine Opposition, die (…) im Parlamente der gegenüberstehenden Partei sich nicht gewachsen fühlte, (um) dann statt einer Reform eine Revolution herbeizuführen.« (Allgemeine preußische Staatszeitung, 1831, Nr. 115, 116, 118. Der Schluss durfte nicht in der Staatszeitung veröffentlicht werden, er erschien nur in einem Privatdruck!) Es wird also langsam Zeit, sich von Reformen und Spiegelfechtereien bürgerlicher Parlamente zu verabschieden und eher revolutionären Bestrebungen zu vertrauen. Auf die Barrikaden zu gehen, wie Heidi Reichinnek von der Partei Die Linke im Bundestag kürzlich vorschlug, ist wohl etwas zu früh. Aber »alle auf die Straße, rot ist der Mai« (Oktoberklub), wäre nicht schlecht.

Manfred Pohlmann, Hamburg

Die politische Klasse der BRD sollte nicht vergessen, dass ›ihr Schwarzbuch‹ des Kapitalismus und des Nazifaschismus täglich vor unseren Augen geschrieben wird.

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