Ranariddh fordert Druck auf Hun Sen
Der im kambodschanischen Machtkampf unterlegene Prinz Norodom Ranariddh hat die Vereinten Nationen aufgefordert, mit Sanktionen Druck auf die neuen Machthaber in seinem Land auszuüben. Der US-Senat verlangte am Donnerstag abend von den UN, alle Möglichkeiten zur Wiederherstellung des Friedens in dem südostasiatischen Land zu prüfen. Die Forderung nach Entsendung einer internationalen Friedenstruppe wurde aber aus dem Resolutionstext gestrichen. Ranariddh wollte am Freitag abend mit Staatssekretär Thomas Pickering vom US-Außenministerium über die Lage in Kambodscha beraten.
Nach einem Gespräch mit UN-Generalsekretär Kofi Annan und dem Präsidenten des Weltsicherheitsrates, dem Schweden Peter Osvald, sagte Ranariddh am Donnerstag in New York, die Regierung Hun Sens, der die Macht in der Hauptstadt Phnom Penh übernommen hat, dürfe nicht anerkannt werden. Statt dessen sollten die UN für freie Wahlen in dem südostasiatischen Land sorgen. Hun Sen warf er vor, die Macht gewaltsam übernommen zu haben, weil er eine Niederlage bei der für Mai kommenden Jahres angesetzten Wahl befürchtet habe. Ranariddh schlug vor, die UN sollten seinen Vater, König Norodom Sihanouk, um eine Vermittlung in dem Machtkampf bitten.
US-Außenamtssprecher Nicholas Burns kündigte an, bei dem Treffen zwischen Pickering und Ranariddh werde die US-Regierung ihre Ablehnung der Machtübernahme Hun Sens deutlich machen. Es wurde aber auch erwartet, daß der Prinz wegen seiner Kontakte zu der Untergrundorganisation Rote Khmer kritisiert würde.
»Jeder Versuch, Mitglieder der für den Völkermord in Kambodscha verantwortlichen Roten Khmer zurück in die Machtpositionen in Phnom Penh zu bringen, ist für die USA nicht hinnehmbar«, sagte Burns.
AP/jW
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