Aus: Ausgabe vom 15.07.2010, Seite 9 / Kapital & Arbeit
Bewährungsstrafe für Ex-IKB-Chef
Düsseldorf. Der frühere Chef der Mittelstandsbank IKB,
Stefan Ortseifen, ist vom Landgericht Düsseldorf am Mittwoch
zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.
Außerdem muß Ortseifen 100000 Euro an verschiedene
gemeinnützige Organisationen zahlen. Laut Urteil hatte
Ortseifen die finanzielle Lage des Instituts im Juli 2007 vor dem
Hintergrund der US-Immobilienkrise beschönigend dargestellt,
obwohl es bereits massive Finanzprobleme gegeben habe. Die
hochspekulativen Anlagen hatte die IKB in einer ausgelagerten
Zweckgesellschaft betreut. Das Gericht wertete dies nun als
vorsätzliche Börsenpreismanipulation.
Die IKB hatte sich unter Ortseifen wegen riskanter Geschäfte am US-Immobilienmarkt als eines der ersten Geldhäuser verspekuliert und mußte mit einem staatlichen Rettungspaket in Höhe von zehn Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Wenig später wurde das Institut für rund 100 Millionen Euro an die US-Beteiligungsgesellschaft Lone Star verkauft. Ortseifen ist damit der erste Banker, der im Zusammenhang mit der Finanzkrise von der Justiz verurteilt wurde.
(ddp/jW)
Die IKB hatte sich unter Ortseifen wegen riskanter Geschäfte am US-Immobilienmarkt als eines der ersten Geldhäuser verspekuliert und mußte mit einem staatlichen Rettungspaket in Höhe von zehn Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Wenig später wurde das Institut für rund 100 Millionen Euro an die US-Beteiligungsgesellschaft Lone Star verkauft. Ortseifen ist damit der erste Banker, der im Zusammenhang mit der Finanzkrise von der Justiz verurteilt wurde.
(ddp/jW)
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