Jiang besucht Moskau
Der chinesische Staatspräsident Jiang Zemin ist am Dienstag zu einem viertägigen Staatsbesuch in Rußland eingetroffen. Der russische Ministerpräsident Viktor Tschernomyrdin empfing ihn am Mittag auf dem Moskauer Flughafen. Beide Seiten planen nach eigenen Angaben eine gemeinsame Erklärung zur Sicherheitspolitik. Dazu will Jiang heute mit dem russischen Präsidenten Boris Jelzin zusammenkommen. Moskau will nach Ansicht von Beobachtern die Kontakte zu Peking als Gegengewicht zur Nato-Ost-Erweiterung vertiefen. Begleitet wird Jiang u. a. von Außenminister Qian Qichen und Verteidigungsminister Chi Haotian.
Nach seiner Ankunft sagte Jiang, er sei zuversichtlich, daß sein Besuch den Frieden stärken und das Verständnis zwischen beiden Staaten vertiefen werde. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, beide Seiten wollten in der Erklärung dem »Denken des Kalten Krieges« eine endgültige Absage erteilen und sich der Errichtung eines neuen Sicherheitskonzepts zur Förderung des Weltfriedens verschreiben.
Auch Jelzins Sprecher Sergej Jastrschembski sagte, Rußland und China wollten ihre Visionen einer neuen Weltordnung für das 21. Jahrhundert darstellen und sich gegen jegliche Vormachtstellungen eines Staates aussprechen.
Am heutigen Mittwoch wollen Jelzin und Jiang mit den Führern der Republiken Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan zusammenkommen und einen im Dezember ausgehandelten Vertrag über eine Reduzierung der Grenztruppen unterzeichnen.
Seit dem Bruch Chinas mit der damaligen Sowjetunion Anfang der sechziger Jahre war das Klima von Feindseligkeit geprägt. Später sind sich beide aber vor allem wirtschaftlich nähergekommen.
AP/jW
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