Dein roter Faden in wirren Zeiten
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Aus: Ausgabe vom 17.05.2017, Seite 11 / Feuilleton
Droste

Der Mond

Von Wiglaf Droste

Der Mond ist wieder mal betrunken / Und auch gesellschaftlich herabgesunken / Er hängt unter pechschwarzen Wolken / mit einem Fix-Sternchen an der Bude rum

Isst mit Herbert von Grönejan Currywurst / Und hat immerzu eines: sehr reichlichen Durst / Stillt den, wie den Kohldampf, sonst wird er nicht voll. / Fix-Sternchen kötzelt, es ist nicht so toll.

Später spuck-spukt der Mond durch den Ginster / Und lugt dabei ganz unnötig finster / Durch jedes Zimmerfensterchen linst er / und bösartig heimtückisch grinst er.

Genau deshalb heißt der Mond auch der Mond / Weil er, wenn er voll ist, uns nicht verschont / Wenn er neu ist, sind wir längst schon ausgemolken / Denn der Mond ist alles, nur leider nicht dumm.

P. S.: Wer weiß, wie tief und grausam heiß die kalten Monde brennen, / der wird die Lieder von Herrn Townes van Zandt nur zu gut kennen.

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