Erdogan will mehr NATO-Unterstützung

Brüssel. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat für seinen militärischen Einsatz in Syrien mehr Hilfe von der NATO gefordert. Man erwarte »klare Unterstützung« von den Verbündeten, sagte Erdogan am Montag nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. Die Grenze der Türkei zu Syrien sei gleichzeitig die südöstliche Grenze der NATO zu der Konfliktregion.
Diplomaten zufolge hatte die Türkei jüngst eine Liste mit zehn Forderungen beim Kriegsbündnis hinterlegt. Darunter ist der Ruf nach mehr Luftverteidigung an der türkischen Grenze zu Syrien, mehr Aufklärungsflugzeugen und mehr Schiffen im östlichen Mittelmeer. Zudem fordert Ankara zur Überwachung auch den Einsatz von Drohnen.
Stoltenberg betonte am Montag, das Bündnis unterstütze die Türkei schon jetzt stark und werde sich der Sicherheit der Türkei auch weiterhin verpflichtet fühlen. Man überprüfe außerdem, was man darüber hinaus tun könne.
Unterdessen rüstet Ankara in der syrischen Provinz Idlib weiter auf. Laut der in London ansässigen »Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte« seien seit Inkrafttreten der zwischen Russland und der Türkei vereinbarten Waffenruhe am Freitag rund 650 Militärfahrzeuge und Hunderte Soldaten nach Idlib geschickt worden. Allein am Montag kamen demnach 50 türkische Militärfahrzeuge über den Übergang bei Kafr Lusin in die Provinz. (dpa/Xinhua/jW)
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- Heinrich Hopfmüller: Früher, als alles besser war Früher hieß Krieg noch Krieg und nicht »Low impact war« (mit »Collateral damage«). Kriegsminister waren Kriegsminister und nicht Verteidigungsminister. Und Feindpropaganda war Feindpropaganda und nich...
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