Maduro in Venezuela vereidigt
Von Ina SembdnerAm Ende fehlte den von der venezolanischen Rechten entzündeten Störfeuern die Luft: Amtsinhaber Nicolás Maduro ist am Freitag in Caracas für weitere sechs Jahre als Staatsoberhaupt Venezuelas vom Präsidenten der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, in Anwesenheit von Delegationen aus mehr als einhundert Ländern vereidigt worden. Maduro leistete seinen Eid unter anderem im Namen des indigenen Führers Guaicaipuro aus dem 16. Jahrhundert und seines Mentors, des verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez. »Möge diese neue Amtszeit eine Zeit des Friedens, des Wohlstands, der Gleichheit und der neuen Demokratie sein«, sagte der Präsident und fügte hinzu, er werde sich an die Gesetze des Landes halten. »Ich schwöre auf die Geschichte, auf mein Leben und ich werde (mein Mandat) erfüllen, wir werden es erfüllen.«
Vor der Vereidigung waren die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal deutlich hochgefahren und auch die Grenze zum Nachbarland Kolumbien geschlossen worden. »Wir haben Informationen über eine internationale Verschwörung, um den Frieden der Venezolaner zu stören«, sagte der Gouverneur des Bundesstaats Táchira, Freddy Bernal, am Freitag. Auf Anweisung Maduros sei die Schließung der Grenze bis Montag morgen angeordnet worden.
Am Donnerstag war auch die monatelang untergetauchte rechte Oppositionsführerin María Corina Machado wieder auf der Bildfläche erschienen und führte Proteste Tausender Regierungsgegner in der Hauptstadt an. Ihre Bewegung Vente Venezuela erklärte, sie sei beim Verlassen einer Demonstration im Osten von Caracas festgenommen worden. Innenminister Diosdado Cabello dementierte eine kurzzeitige Festnahme von Machado. Ihr Plan sei es gewesen, zu behaupten, sie sei gefangengenommen worden, um eine Reaktion in der internationalen Gemeinschaft hervorzurufen. »Eine Erfindung, eine Lüge«, sagte Cabello.
Machados als Präsidentschaftskandidat aufgestellter Strohmann Edmundo González hatte diese Woche in verschiedenen von Rechten regierten lateinamerikanischen Ländern um Unterstützung geworben. Er hatte angekündigt, dass er seinerseits am Freitag in Venezuela den Amtseid ablegen wolle. Allerdings liegt dort ein Haftbefehl gegen ihn vor – unter anderem wegen Verschwörung.
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