Dein roter Faden in wirren Zeiten
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Leserbrief zum Artikel Palästinenser erschossen in israelischer Siedlung vom 06.02.2021:

Variante des Rassismus

Mit dieser Überschrift fallt Ihr leider nolens volens der zionistischen Propaganda zum Opfer, wonach sich das Staatsgebiet Israels mit jeder solchen Siedlung, ob nun »wild« oder gleich legalisiert, vergrößert. Aber das ist, wie es danach ja auch heißt, nicht der Fall! Die Besiedlung eroberter Gebiete ist ein Völkerrechtsverstoß, ein internationales Verbrechen! Im Text heißt es richtig: »jüdische Siedlung«, doch noch richtiger wäre: »zionistische Siedlung«. Denn es ist das Kernanliegen des Zionismus, für den sich u. a. die sogenannte »Emanzipatorische Linke« um Katja Kipping, Kovorsitzende der Linkspartei, erhitzt, dass sich jeder Jude im früheren Staatsgebiet der Königreiche Israel und Judäa (vor 2.000 Jahren!), also im heutigen arabischen Palästina, ansiedeln darf. Egal wer da jetzt lebt, egal, wem dort Haus und Hof und Land gehören. Und wenn dann der Eigentümer des Bodens kommt (unbewaffnet), um nachzusehen, wer da Wohnwagen auf seinem Land abstellt, im Vertrauen auf Recht und Gesetz, verliert er sein Leben. Wird er erschossen. Nichts anderes ist im Grunde die Konsequenz des Zionismus. Für ihn sind Juden und Gojim nicht gleich – weshalb Zionismus als eine Variante des Rassismus gelten muss – nicht bloß unter Linken, sondern unter allen rechtschaffenen Menschen!
Volker Wirth, Berlin
Veröffentlicht in der jungen Welt am 09.02.2021.