Unglaubliche 1371 Testabos
Liebe Leserinnen und Leser,
eigentlich wollten wir es Ihnen ja nicht verraten: Für die aktuelle jW-Kampagne »Zehn zum zehnten« rechnete das Aktionsbüro mit 3000 Dreiwochenabos bis zum Ende der Aktion am 18. Juni. Tatsächlich wurden aber schon bis zu diesem Wochenende sage und schreibe 1371 jW-Testabos gebucht. Das kleine Wunder (das vielleicht im Verlaufe der Aktion noch zu einem großen wird) wurde möglich, weil sich unsere sowieso sehr engagierten Leserinnen und Leser schon in den ersten drei Wochen ungewöhnlich intensiv an der Aktion beteiligen. Die Grundform 1: Sie empfehlen zehn Freunden, Bekannten, Kollegen oder Genossen ein dreiwöchiges Testabo der jungen Welt, nennen uns die Adressen und beteiligen sich pro Adresse mit 5,50 Euro an den Kosten. Grundform 2: Sie kennen die jW noch nicht richtig und bestellen für sich selbst das Aktionsabo. Auch hier ist freigestellt, ob Sie sich an den Kosten beteiligen. Da aber das Leben konkret und vielfältig ist, findet jeder seine eigene Beteiligungsform. Auch in dieser Woche können wir wieder einige Beispiele präsentieren.
Da ist die Hoffmann-Form: Gerald Hoffmann aus Berlin interessiert sich für die junge Welt und will das Testabo zum näheren Kennenlernen nutzen. Aber er ist offensichtlich doch schon soweit von der jW überzeugt, daß er gleich drei weiteren Personen das Testabo zukommen läßt. Großartig auch die Pfisterer-Zepperitz-Form: Günter Pfisterer aus Hockenheim hat soeben sein Vollabo geschaltet – und nennt uns zusätzlich drei Adressen. Und daß dies kein Einzelfall ist, beweist Constanze Zepperitz aus Schmiedeberg: Auch sie abonniert gleich richtig, beteiligt sich zudem mit sieben Empfehlungen sowie an den Kosten.
Womit wir beim zweiten Punkt der Aktion wären: In dieser Woche kamen 612 Euro an Spenden zusammen. Das ist prima, reicht aber nicht, um die Kosten nur annähernd zu decken. Denn der erfreulich starke Rücklauf an Bestellungen bringt uns nicht nur mehr Testabos als erwartet – es werden natürlich auch mehr Kosten anfallen. Deswegen ist die Arnold-Form ebenfalls sehr empfehlenswert. Andreas Arnold aus Sondershausen schreibt uns: »Ich habe in unserer Initiative Sozialprotest soviel zu tun, daß ich mich bei euch von der Festleseaktion freikaufen möchte. Ich spende euch hiermit 50 Euro.« Lieber Andreas Arnold, das ist natürlich kein Freikaufen, sondern eine sehr konkrete und wichtige Form der Beteiligung an der Aktion. Und ein weiterer Beleg dafür, daß sich rein theoretisch wirklich jede Leserin und jeder Leser an der Kampagne beteiligen kann. Ob das auch in der Praxis so sein wird, entscheiden Sie.
Zum äußerst guten Wochenergebnis von 783 Testabos hat natürlich unser Auftritt auf der Leipziger Buchmesse (Foto: vor dem Ansturm) wesentlich beigetragen: Dort wurden 544 davon gezeichnet – so viele Probeabos brachten wir noch nie von einer Messe mit. Leserinnen und Leser gaben dort auch Spenden für die Aktion ab. Insgesamt erfuhren wir sehr viel positive Resonanz. Das war auch daran zu merken, daß die riesigen Mengen an Zeitungen, die wir wie jedes Jahr zur Messe schleppten, diesmal bei weitem nicht reichten.
Für die bisherige Teilnahme danken wir allen herzlichst. Bis zum 18. Juni bleibt allerdings noch viel zu tun. So beginnen wir ab der kommenden Woche mit dem telefonischen Nachhaken. Wir sind auf die ersten Rückmeldungen unserer Testleser sehr gespannt. Wird es uns gemeinsam gelingen, den Abobestand mit dieser Aktion spürbar anzuheben? Das wäre wohl das schönste Geburtstagsgeschenk zum 10. Jahrestag der Rettung der jungen Welt vor dem im April 1995 drohenden Aus.
Aktionsbüro
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
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