Ausbildung weniger geschlechtsspezifisch
Wiesbaden. In einigen Ausbildungsberufen mit großen Geschlechterunterschieden hat es in den vergangenen Jahren deutliche Veränderungen gegeben. So waren 2023 im Friseurberuf 34 Prozent der 6.300 Azubis männlich – zehn Jahre zuvor waren es nur 13 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden anlässlich des Girls’ und Boys’ Days am 3. April mit. Ähnlich stark war demnach der Anstieg im Lebensmittelhandwerk, wo der Männeranteil bei den Auszubildenden binnen zehn Jahren von elf Prozent auf 28 Prozent stieg. Die Frauen verkleinerten demgegenüber die Männerdominanz im Tischlerhandwerk: 20 Prozent der 7.500 Azubis 2023 waren Tischlerinnen, zehn Jahre zuvor waren es nur elf Prozent.
2023 begannen außerdem rund 300 Frauen eine Ausbildung zur Berufskraftfahrerin, damit waren elf Prozent der Ausbildungsplätze in diesem Gewerbe weiblich besetzt. Zehn Jahre zuvor waren es nur drei Prozent. Der Anstieg des Frauenanteils falle noch stärker vor dem Hintergrund ins Gewicht, dass sich in Ausbildungsberufen der Männeranteil binnen zehn Jahren von 60 Prozent auf 64 Prozent erhöht und der Frauenanteil von 40 Prozent auf 36 Prozent verringert habe.
Keinen nennenswerten Fortschritt gibt es der Statistik zufolge allerdings in den sogenannten MINT-Berufen, wo der Frauenanteil binnen zehn Jahren lediglich von elf Prozent auf zwölf Prozent anstieg. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – typische Berufe sind Industriekaufleute, Fachinformatiker oder Chemikanten. (AFP/jW)
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