Anno … 15. Woche
1935, 11. April: Es finden letztmals »Vertrauensrätewahlen« in den größeren Betrieben Nazideutschlands statt. Die »Vertrauensräte« sind 1934 anstelle der zerschlagenen Betriebsräte institutionalisiert worden. Kandidaten werden vom »Betriebsführer« und von NS-Funktionären bestimmt. Die »Wahlen« sind für die Faschisten ein Debakel, ihre Propaganda macht dennoch einen Erfolg daraus. Hier und da können die Nazilügen aufgedeckt werden: DKW-Auto-Union in Berlin-Spandau: etwa 2.400 Beschäftigte, rund 700 ungültige Stimmen, rund 400 Neinstimmen; Firma Kreiselgeräte in Berlin-Zehlendorf: etwa 500 Beschäftigte, rund 160 ungültige Stimmen, rund 60 Neinstimmen.
1940, 9. April: Trotz eines Nichtangriffspaktes wird Dänemark von der Hitlerwehrmacht überfallen. Die Regierung des Sozialdemokraten Thorvald Stauning entscheidet sich gegen jeden Widerstand und kapituliert am selben Tag. Das Land wird besetzt und hauptsächlich als Verpflegungsbasis der Wehrmacht für weitere Überfälle ausgeplündert.
1945, 9. April: Nachdem Hitler am 5. April die Hinrichtung aller noch nicht exekutierten »Verschwörer« des 20. Juli angeordnet hatte, werden der Theologe Dietrich Bonhoeffer, Admiral Wilhelm Canaris, General Hans Oster, der Jurist Karl Sack und der Offizier Ludwig Gehre im KZ Flossenbürg in einem kurzen Prozess zum Tode verurteilt und durch den Strang hingerichtet.
1945, 13. April: In der nahe der Stadt Gardelegen gelegenen Isenschnibber Feldscheune ermorden KZ-Wachmannschaften, Luftwaffensoldaten, Angehörige des Reichsarbeitsdienstes und KZ-Kapos 1.016 KZ-Häftlinge. Viele von ihnen hatten sich auf von der SS geleiteten »Todesmärschen« aus anderen KZ bis zur Scheune geschleppt. Die Scheune wird verriegelt, dann schießen die Nazischergen in das Gebäude, schließlich legen sie Feuer.
1945, 13. April: Die sowjetische 4. Gardearmee unter Marschall Rodion Jakowlewitsch Malinowski schließt die Einnahme Wiens ab. Die Kämpfe werden beendet, die deutschen Truppen ziehen sich an das Nordufer der Donau zurück.
1950, 12. April: Mitglieder von KPD, SPD und VVN verhindern in Bad Homburg eine Veranstaltung der nur in Hessen auftretenden Nationaldemokratischen Partei (NDP). Anstelle des angekündigten Hauptredners Karl-Heinz Priester, einem ehemaligen Offizier der Waffen-SS, spricht der KPD-Stadtverordnete Konrad Riedel zu den 250 Anwesenden. Nach zwei Stunden wird die Veranstaltung von der Polizei aufgelöst.
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Ähnliche:
- jW08.07.2023
FAZ an der Naziostfront
- picture-alliance / akg-images17.05.2023
»Wo ist der Rommel?«
- Jule Rouard/bit.ly/2yK5om0/creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de11.04.2020
Erinnerung und Vermächtnis
Mehr aus: Geschichte
-
Aus eigener Kraft
vom 05.04.2025