Trump will Englisch zur Amtssprache machen
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Washington. US-Präsident Donald Trump wollte Englisch noch am Freitag per Dekret zur Amtssprache der USA machen. Wie aus einem Dokument des Weißen Hauses hervorgeht, das der Nachrichtenagentur AFP vorab vorlag, soll damit in den USA der »Zusammenhalt« gestärkt werden. Es sei »höchste Zeit«, dass Englisch als Amtssprache der USA anerkannt werde.
Mit dem Dekret werde »bekräftigt, dass eine gemeinsame Sprache den nationalen Zusammenhalt stärkt«, hieß es weiter. Eine gemeinsame Amtssprache stärke »bestehende und neue Staatsbürger«.
Durch den Beschluss Trumps sollen Bundesbehörden und von der Bundesverwaltung unterstützte Behörden künftig von der Pflicht entbunden werden, Menschen ihre Dienste bei Bedarf auch in einer anderen Sprache als Englisch anzubieten. Diese Verpflichtung hatte in den 1990er Jahren der damalige Präsident Bill Clinton eingeführt.
Bislang ist in den USA keine landesweite Amtssprache festgelegt. Eine mögliche Einführung von Englisch als Amtssprache wurde wiederholt diskutiert, im 20. Jahrhundert scheiterten mehrere Anläufe im Kongress. Trump selbst hatte die Frage bereits kurz nach seiner ersten Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2015 angesprochen und damals unter anderem gesagt, in den USA werde »Englisch, nicht Spanisch« gesprochen.
In dem nun verfassten Dokument des Weißen Hauses heißt es zur Begründung, zwar würden in den USA mehr als 350 Sprachen gesprochen. Englisch sei jedoch »die Sprache unserer Nation«, in der »historische Dokumente wie die Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung« geschrieben worden seien.
In den USA ist Englisch die mit Abstand am weitesten verbreitete Sprache, laut Daten der Bundesregierung aus dem Jahr 2019 sprechen aber rund 68 Millionen Menschen zu Hause eine andere Sprache. Alleine mehr als 40 Millionen davon sprechen demnach Spanisch. Unter anderem sind bis heute auch zahlreiche indigene Sprachen gebräuchlich. (AFP/jW)
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