Walschützer droht Auslieferung an Japan

Nuuk. Vor dem Hintergrund einer möglichen Auslieferung an Japan hat ein Gericht in Grönland die Untersuchungshaft für den Walschützer Paul Watson verlängert. Die Richter verlängerten die Untersuchungshaft bis zum 5. September, »um seine Anwesenheit bei einer Entscheidung über eine Auslieferung sicherzustellen«, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Watson legte umgehend Berufung gegen die Entscheidung ein.
Der 73jährige Gründer der Umweltorganisation »Sea Shepherd« ist für seine riskanten Störmanöver gegen Walfänger auf hoher See bekannt. Der US-Kanadier war im Juli in Grönland verhaftet worden, als sein Schiff gerade zum Auftanken im Hafen der Hauptstadt Nuuk festgemacht hatte. Grundlage für die Festnahme war ein von Japan ausgestellter Haftbefehl wegen früherer Protestaktionen Watsons gegen japanische Walfänger.
Seine US-Haft in Grönland »erhöht den Druck auf Japan wegen seiner illegalen Walfangaktivitäten«, sagte Watson am Donnerstag nach der Entscheidung des Gerichts. Japan ist neben Norwegen und Island eines von nur drei Ländern, welche noch die kommerzielle Waljagd erlauben. Auf Tokios Fangliste stehen neben Zwerg-, Bryde- und Seiwalen seit Anfang August auch Finnwale. Japan hatte die Jagd auf die nach Blauwalen zweitgrößten Meeressäuger der Welt nach monatelanger Diskussion erlaubt, obwohl sie als gefährdet gelten. (AFP/jW)
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