Nachschlag: Zensur an der Ostfront

Der Reporter Fabian Janssen besucht in einer neuen Youtube-Folge »Crisis – Hinter der Front« eine ukrainische Artillerieeinheit. Dort ist er live dabei, wie die Soldaten mit deutschen Haubitzen auf gegnerische Schützengräben schießen und mit Drohnen Granaten auf russische Armeeangehörige werfen. »Das sind unbeschreibliche Gefühle, wenn wir wissen, dass die Russen auf unserem Boden leiden«, schwärmt der Kommandant »Mozart«. Als die Soldaten vom Text abweichen und fordern, wieder zu einem ruhigen zivilen Leben zurückzukehren, und ihren größten Wunsch äußern, dass nicht mehr so viele Kameraden sterben, bricht der Offizier das Gespräch ab. Janssen muss wieder fahren, er soll Propaganda machen und keine defätistischen Nachrichten von der Front mitbringen. Unabhängige Berichterstattung im Schützengraben bleibt bis auf weiteres unmöglich, aber dieser Versuch ist bemerkenswert, da man trotz Zensur einen Eindruck von der Brutalität an der Kontaktlinie zwischen den russischen und ukrainischen Kämpfern bekommt. (bk)
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