Ordnung des Diskurses
Nach dem Antisemitismuseklat auf der Documenta 15 sollen bei der Weltkunstausstellung in Kassel neue Strukturen etabliert werden. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss eine Änderung des Gesellschaftervertrags der Documenta gGmbH. Dazu zählt die Einrichtung eines Wissenschaftlichen Beirats, wie es in einer Mitteilung der Stadt vom Dienstag heißt.
Das sechsköpfige Gremium solle zur fachlichen Beratung und Unterstützung des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung dienen, hieß es. Hessens Kunstminister Timon Gremmels (SPD) sagte der dpa, das Gremium könne eine wichtige Schnittstelle zu aktuellen Diskursen sein und sowohl die gesellschaftichen als ob fachlichen Debatten in die Documenta hineintragen. An Offenheit für Fachdebatten hatte es allerdings auch der letzten Ausgabe der Kunstschau nicht gemangelt, Kritiker erkennen in den Umstrukturierungen eher Versuche der kulturpolitischen Hegung.
Die Stadtverordnetenversammlung stimmte überdies für die Erweiterung des Aufsichtsrates der Gesellschaft um drei zusätzliche Mitglieder. So sollen zwei Vertreter der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie die vorsitzende Person des Wissenschaftlichen Beirats als nicht stimmberechtigtes Mitglied hinzukommen.
Die 16. Documenta ist vom 12. Juni bis 19. September 2027 geplant. (jW)
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