Dein roter Faden in wirren Zeiten
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Aus: Ausgabe vom 04.04.2025, Seite 11 / Feuilleton
Fauna

Bären sind wieder los

Die Zahl der Bären in den Pyrenäen ist auf etwa 100 gestiegen. Mindestens 96 Bären seien im vergangenen Jahr gezählt worden, sechs mehr als im Vorjahr, teilte die französische Behörde für Artenvielfalt am Donnerstag mit. Insgesamt 22 Jungtiere seien zur Welt gekommen.

Zwischen 2006 und 2023 ist die Zahl der Bären in den Pyrenäen demnach im Schnitt um elf Prozent im Jahr gestiegen. Dies bedeutet, dass sie sich etwa alle sechs Jahre verdoppelt. Damit sei jedoch nicht garantiert, dass die Gruppe dauerhaft bestehe, erklärte die Behörde für Artenvielfalt. Ergebnisse einer derzeit laufenden Studie zu den Auswirkungen von Inzest auf die Bärenpopulation sollen 2026 vorgestellt werden. Die Verringerung der genetischen Vielfalt könne die Dynamik behindern, hieß es.

Bärenschützer fordern daher die Aussetzung weiterer Tiere. »Diese Frage muss von der Politik geregelt werden«, betonte der zuständige Präfekt Thierry Hegay mit Blick auf die anhaltenden Konflikte mit Viehzüchtern. In den Jahren 2020 und 2021 waren vier Bären auf illegale Weise von Menschen getötet worden. In einem derzeit laufenden Prozess forderte die Staatsanwaltschaft vier Monate Haft auf Bewährung für einen Jäger, der außerhalb der Jagdzone eine Bärin erschoss, die ihn angegriffen hatte.

Im vergangenen Jahr wurden 310 Angriffe von Bären auf Rinder, Schafe und Ziegen gemeldet, 39 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Bärenangriffe auf Bienenstöcke verdoppelte sich von sieben auf 14. Die vorhandenen Schutzmaßnahmen in Form von Hunden, Wachen und Elektrozäunen bewährten sich, sagte Hegay.

Bären waren in den französischen Pyrenäen zu Beginn der 90er Jahre so gut wie ausgestorben. Die derzeitige Bärenpopulation geht auf wieder angesiedelte Bären aus Slowenien zurück. Ihre Zahl wird in Zusammenarbeit mit Experten aus Spanien und Andorra mit Hilfe verschiedener Methoden festgestellt, etwa der DNA-Analyse von Fellresten oder Kot. (dpa/jW)

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