Dein roter Faden in wirren Zeiten
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31.03.2025, 19:55:56 / Ausland

Batteriehersteller Northvolt streicht mehr als Hälfte seiner Stellen

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Stockholm. Der insolvente schwedische Batteriehersteller Northvolt wird laut einem Medienbericht mehr als die Hälfte seiner 5.000 Beschäftigten entlassen. Nur rund 1.700 der Beschäftigten würden während des Insolvenzverfahrens weiter für das Unternehmen arbeiten, zitierte die schwedische Nachrichtenagentur TT den Insolvenzverwalter Mikael Kubu am Montag. Die Betroffenen würden ab Dienstag informiert.

Trotz der drastischen Stellenstreichung werde Northvolt in der Lage sein, den Betrieb weiterzuführen, fuhr Kubu fort. Das sei »wahrscheinlich entscheidend«, um »das Unternehmen ganz oder teilweise verkaufen zu können«. Laut einem Bericht des Wirtschaftsmediums »Affarsvarlden« sollen in der Hauptfabrik von Northvolt im nordschwedischen Skelleftea nur 1.200 von derzeit rund 3.000 Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Der Konzern hatte schon im September eine »harte Umstrukturierung« eingeleitet. Northvolt strich ein Viertel der Stellen und konzentrierte sich auf seine Hauptproduktionsstätte in Nordschweden. Im November beantragte das Unternehmen ein Sanierungsverfahren unter US-Gläubigerschutz, mit dem es aber scheiterte. Daraufhin stellte Northvolt im März in seinem Heimatland Insolvenzantrag.

Das Unternehmen erklärte zu diesem Zeitpunkt, die Tochterunternehmen Northvolt Germany und Northvolt North America hätten keinen Insolvenzantrag gestellt. Die Auswirkungen auf die im Bau befindliche Northvolt-Batteriezellenfabrik in Schleswig-Holstein waren unklar.

Den Bau der Fabrik in Heide hatte Northvolt im März 2022 bekanntgegeben; im März 2024 wurde der erste Spatenstich gesetzt. Davor hatte Northvolt lange mit staatlichen Stellen verhandelt, um möglichst hohe Zuschüsse zu bekommen. Ausbezahlt wurde dann von der staatlichen Förderbank KfW ein Kredit in Höhe von 600 Millionen Euro, für den je zur Hälfte der Bund und das Land Schleswig-Holstein bürgten. (AFP/jW)

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