Kurdische Milizen verlassen Aleppo

Aleppo. In Syrien ziehen sich Kämpfer der kurdischen YPG-Miliz offenbar aus der Stadt Aleppo zurück und setzen so Abmachungen eines Abkommens mit der neuen syrischen Regierung um. Den Rückzug bestätigten kurdische Quellen am Freitag auf Anfrage von dpa. Demnach sollen sich die Einheiten in Richtung des Gebiets östlich des Euphrat bewegen. Auch die syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, ein erster Konvoi habe sich aus Aleppo auf den Weg in den Osten des Landes gemacht. Der Rückzug aus den seit 2014 von der YPG kontrollierten Stadtteilen der Metropole stellt den ersten Teil einer Vereinbarung zwischen der Regierung in Damaskus und den von der YPG dominierten und von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) dar. Die SDF kontrollieren und verwalten bislang weite Teile im Nordosten des Landes. Der Vereinbarung zufolge sollen die SDF-Einheiten vollständig in die nach dem Sturz des syrischen Präsidenten neu gebildeten syrischen Streitkräfte integriert werden. Auch die zivile Infrastruktur soll demnach unter die Kontrolle der Regierung gebracht werden. Im Gegenzug sicherte Damaskus den Kurden in Syrien die Einhaltung ihrer Bürgerrechte und ein Rückkehrrecht für Vertriebene zu. Trotz scharfer Kritik der autonomen Verwaltung im Norden und Osten Syriens an dem von der syrischen Regierung vorgelegten Verfassungsentwurfs und dem Kabinett von Übergangspräsident Ahmad al-Scharaa soll das Abkommen nun umgesetzt werden. (dpa/jW)
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