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Aus: Ausgabe vom 27.02.2025, Seite 2 / Ausland
Krieg gegen Gaza

Gefangene werden ausgetauscht

Hamas und Israel beenden erste Phase von Waffenruhedeal mit Übergabe
Von Ina Sembdner
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Abseits der internationalen Aufmerksamkeit setzt Israel sein Zerstörungswerk in der Westbank fort (Nur Schams, 26.2.2025)

Die Hamas hat sich bereit erklärt, die letzten Geiseln der ersten Phase des Waffenstillstandsabkommens mit Israel freizulassen. Das Ende eines Patts über den Austausch der seit dem 7. Oktober 2023 festgehaltenen Israelis gegen Palästinenser, die in israelischen Gefängnissen inhaftiert sind, wurde am Mittwoch bekanntgegeben. Wie der militärische Arm der palästinensischen Organisation laut AFP weiter mitteilte, werde der Austausch ohne öffentliche Zeremonie stattfinden, um Israel »keinerlei Vorwand für Verzögerung oder Blockierung« zu liefern.

Am Wochenende hatte die Regierung von Benjamin Netanjahu die Freilassung von mehr als 600 palästinensischen Gefangenen auf unbestimmte Zeit verschoben. Sie begründete das damit, die Hamas nutze die Übergabe der in den Gazastreifen Verschleppten zu »Propagandazwecken«. Die Agentur AFP meldete unter Berufung auf Hamas-Kreise, dass die Übergabe von vier toten Geiseln an diesem Donnerstag zeitgleich mit der Freilassung von 625 Palästinensern stattfinden solle. Mit dem Austausch wäre die erste Phase des Abkommens beendet.

In einer von Reuters zitierten Erklärung der Hamas hieß es außerdem, man habe keinen Vorschlag für die zweite Phase des Waffenstillstandsabkommens für den Gazastreifen erhalten. Sie sei jedoch bereit, mit dem Abkommen fortzufahren, um alle Phasen abzuschließen. Am Sonnabend läuft die 42tägige Waffenruhe aus. Die zweite Phase sieht die Freilassung der restlichen 59 Geiseln im Gazastreifen vor.

Unterdessen legte der israelische Oppositionsführer Jair Lapid eigenen Angaben zufolge in den USA einen Plan für die Zukunft des Gazastreifens vor. Das Nachbarland Ägypten solle für 15 Jahre die Verwaltung des Gebiets übernehmen, teilte Lapid auf der Plattform X mit. In der Zeit soll nach dem Willen des Politikers die Palästinensische Autonomiebehörde von Präsident Mahmud Abbas im Westjordanland bedeutende Reformen durchsetzen, um anschließend die Kontrolle des Gazastreifens wieder zu übernehmen. Israels Regierung, die bislang offiziell keinen eigenen Plan vorgelegt hat, äußerte sich zunächst nicht zu Lapids Vorschlag. Auch aus Ägypten gab es bis jW-Redaktionsschluss keine offizielle Stellungnahme zu Lapids Vorschlag. Nach Dafürhalten des Oppositionspolitikers sollen dem arabischen Land als Gegenleistung Auslandsschulden erlassen werden.

In der Negev-Wüste säumten unterdessen Tausende Menschen den Weg des Leichenzugs der drei getöteten Geiseln Schiri, Kfir und Ariel Bibas, die von der Stadt Rischon LeZion zur Beerdigung in das Kibbuz Nir Oz gebracht wurden. Die Tante der beiden Kinder, die bei ihrer Entführung acht Monate und vier Jahre alt waren, Ofri Bibas, erklärte laut AFP: »Vergebung ist sinnlos, solange das Versagen nicht untersucht worden ist und alle Verantwortlichen ihre Verantwortung übernommen haben.« Sie fügte hinzu: »Sie (die Verantwortlichen) hätten euch retten können, aber sie haben Rache bevorzugt.«

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