Dein roter Faden in wirren Zeiten
Gegründet 1947 Sa. / So., 05. / 6. April 2025, Nr. 81
Die junge Welt wird von 3005 GenossInnen herausgegeben
Dein roter Faden in wirren Zeiten Dein roter Faden in wirren Zeiten
Dein roter Faden in wirren Zeiten

Leserbriefe

Liebe Leserin, lieber Leser!

Bitte beachten Sie, dass Leserbriefe keine redaktionelle Meinungsäußerung darstellen. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zur Veröffentlichung auszuwählen und zu kürzen. Leserbriefe sollten eine Länge von 2000 Zeichen (etwa 390 Wörter) nicht überschreiten. Kürzere Briefe haben größere Chancen, veröffentlicht zu werden. Bitte achten Sie auch darauf, dass sich Leserbriefe mit konkreten Inhalten der Zeitung auseinandersetzen sollten. Ein Hinweis auf den Anlass Ihres Briefes sollte am Anfang vermerkt sein (Schlagzeile und Erscheinungsdatum des betreffenden Artikels bzw. Interviews). Online finden Sie unter jedem Artikel einen Link »Leserbrief schreiben«.

Leserbrief zum Artikel Parteien: Kommunisten in Not vom 25.08.2017:

Keine marxistische Kritik

Kommunisten waren seit ihrer Existenz mehr oder weniger in großen Nöten. Das beschreibt das »Kommunistische Manifest« einleitend bis heute treffendst. Was Marx und Engels mehr Sorgen machen könnte, ist, dass Kommunisten sich ohne Not in Not bringen. Welche Not hat unsere DKP, sich jetzt und heute wegen erwähnter theoretischer Differenzen zerreißen zu lassen? Ob das Verhältnis zur EU oder die Beteiligung an der Bundestagswahl oder auch der Streit um die Thesen auf dem 19. Parteitag der DKP und dessen Ausgang, nichts erklärt zumindest in marxistischem Verständnis die Verhaltensweise, die Reaktionen und die bewusst zerstörerischen Handlungen der Gegner des bestehenden Parteivorstandes. Wer sich marxistischer als marxistisch gibt, der muss das zuerst im Handeln und Umgang unter Beweis stellen. Wer das Marxistisch-Leninistische nur ablehnt, weil es Inbegriff der Verbrechen und Fehlentwicklungen des Realsozialismus gewesen sei, der dokumentiert damit alles andere als einen marxistischen Standpunkt. (...) Wer alles bisherige am Realsozialismus einschließlich der DKP von 1968 bis 1989 als Kind der DDR und SED unter Verbrechen abtun zu müssen meint, der will bestimmt nicht einmal eine marxistische Partei. (...) »Der Sozialismus hat ... nicht nur seine Unschuld verloren wie jede Idee, die praktisch wird – das war ja schon mit der Oktoberrevolution der Fall –, sondern er steht damit befleckt in einer Reihe mit dem Christentum (Inquisition und Heidenmord), dem Feudalkolonialismus (Spanien), dem modernen Imperialismus und dem Kapitalismus, die koloniale Massenvernichtung, Faschismus, Holocaust usw. hervorgebracht haben. Trotzdem sind sie nicht ihrer Verbrechen wegen von der geschichtlichen Bühne verschwunden, sondern sind ungerührt heute dabei, der Welt Moral zu lehren.« (H. Jung: Abschied von einer Realität, S.366) Schon 1990 waren wir mal weiter, haben die richtigen Fragen gestellt und Antworten gefunden. Was die Leser R. Petroff und D. Reindl schreiben (dass es Kritikern darum gehe, den Kapitalismus erträglich zu machen und politikfähig zu werden), scheint mir immer sichtbarer das Wesentliche zu sein. Moderne Updates für den M/L sind das nicht. Wer hat je den Kapitalismus/Imperialismus zutreffender beschrieben und begründet? Wer hat ihn wissenschaftlich widerlegt? Was beweist uns imperialistische Praxis?
Roland Winkler
Veröffentlicht in der jungen Welt am 30.08.2017.
Weitere Leserbriefe zu diesem Artikel:
  • Sozialismus bleibt Nahziel

    Wer glaubt, der Sozialismus stehe als Nahziel nicht auf der Agenda, der hat aus der Geschichte nichts gelernt. Es gibt genug Beispiele dafür, dass die revolutionäre Situation unter bestimmten Prämisse...
    Reiner Bielicke
  • Subversive DKP

    Der Artikel offenbart eigentlich die Not aller Linken. Wie auch in dem Interview mit dem britischen Kommunisten und Gewerkschafter zum Ausdruck kam, bietet sich »erst« durch den »Brexit« eine Chance –...
    Wolfgang Richel, Wuppertal
  • Linke Sekten braucht keiner

    Der Titel ist treffend. Ansonsten hätte Jana Frielinghaus gut daran getan, sich auch mit Vertretern der Parteiopposition in der DKP zu unterhalten. Dann hätte sie erfahren, dass nicht nur der Bezirk S...
    Rudi Christian, DKP Hamburg-West
  • Falscher Weg

    Nicht regierungsfähig, sondern »nichtregierungsfähig« muss eine linke Kraft sein, wenn das Etikett mit dem Inhalt übereinstimmen soll. Nachdem sich die Linkspartei mittlerweile dem Establishment infla...
    Dieter Reindl
  • Revisionisten in Not

    Nicht die Kommunisten sind »in Not«, sondern die parteifeindliche revisionistische Spalterfraktion (...) – schlimm genug, dass diese über lange Jahre und Jahrzehnte in der Führung der Partei saß. Über...
    Johann Woydt
  • KPD und Sozialfaschismus

    Die hier landauf-, landab vertretene bürgerliche These, dass die KPD »maßgeblich« durch die Sozialfaschismusthese zur Spaltung und Lähmung der Arbeiterbewegung beitrug, macht sich in der jW schon aben...
    Reinhardt Silbermann
  • Linke Fragmentierung

    Man mag ja nicht mit allem, was die Partei die Linke veranstaltet, glücklich und zufrieden sein. Es gibt dort starke Kräfte, die die Partei gern in den Schoß der SPD zurückbringen möchten, die aber le...
    Achim Lippmann
  • Reformismus oder Kommunismus?

    Der Konflikt in der DKP läuft letztlich auf die Fragen hinaus: Will die Partei ein klassenkämpferisches Profil, oder will sie für weichgespülten Reformismus stehen? Will sie den Kapitalismus überwinde...
    Ralph Petroff
  • Unzutreffende Darstellung

    Jana Frielinghaus bringt das Kunststück fertig, beim Bericht über innerparteiliche Auseinandersetzungen der DKP den entscheidenden Konflikt einfach wegzulassen sowie von »zwei Flügeln« zu sprechen und...
    Hans Christoph Stoodt