Leserbrief zum Artikel Parteien: Kommunisten in Not
vom 25.08.2017:
Sozialismus bleibt Nahziel
Wer glaubt, der Sozialismus stehe als Nahziel nicht auf der Agenda, der hat aus der Geschichte nichts gelernt. Es gibt genug Beispiele dafür, dass die revolutionäre Situation unter bestimmten Prämissen schneller entstehen kann, als man glaubt. Die Oktoberrevolution ist ein solches Beispiel: 13 Jahre von der Gründung der SDAPR bis zum endgültigen Sturz der Kerenski-Clique. Da bekanntermaßen die proletarische Revolution der Führung durch die kommunistische Partei bedarf, wäre es schon gut, wenn diese auf eine solche Situation auch vorbereitet wäre. Zu solchen Vorbereitungshandlungen gehören auch so profane Dinge wie »Beschlussverbindlichkeit«. Wer wie der Bezirk Südbayern diese an sich selbstverständliche Pflicht eines jeden Mitglieds jedweder Verbindung von Menschen offen negiert, schadet derselben, im vorliegenden Fall der DKP. Der Parteivorstand hat mit der Auflösung dieses Bezirksvorstands lediglich einen ihm durch den 21. Parteitag erteilten Auftrag – wenn auch verspätet – ausgeführt und ist allenfalls für die Verzögerung, nicht für die Auftragsausführung zu kritisieren. Es scheint Menschen zu geben, die fälschlicherweise den Vorstand eines Vereins oder einer Partei als das oberste Organ ansehen. Dem ist aber nicht so, oberstes Organ ist immer die Mitgliederversammlung respektive der Parteitag. Das ist in der DKP nicht anders als in jeder anderen Partei und steht auch so in Paragraph 9 (1) des Parteiengesetzes.
Veröffentlicht in der jungen Welt am 02.09.2017.