Dein roter Faden in wirren Zeiten
Gegründet 1947 Sa. / So., 05. / 6. April 2025, Nr. 81
Die junge Welt wird von 3005 GenossInnen herausgegeben
Dein roter Faden in wirren Zeiten Dein roter Faden in wirren Zeiten
Dein roter Faden in wirren Zeiten
Aus: Ausgabe vom 05.03.2025, Seite 11 / Feuilleton
Transatlantik

Westen kaputt

Der Trumpel im Porzellanladen
Von Pierre Deason-Tomory
Alltag_auf_Groenland_85237959.jpg
Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, führt Trump Strafzölle auf Eisbergsalat und Schneeiglus ein

Der Eklat am 28. Februar im Oval Office hat in der transatlantischen Qualitätspresse der BRD nacktes Entsetzen ausgelöst. Daraufhin wurden auf Anweisung der amtierenden Bundesregierung unter Übergangskanzler Sch.Merz die Nachrichten aus Washington vom 29. Februar komplett unterschlagen. Wir dokumentieren sie hier:

»Der US-Präsident hat den Druck auf Grönland erhöht, sich den Vereinigten Staaten anzuschließen. Donald Trump forderte die – so wörtlich – ›Grönen‹ auf, unverzüglich in Beitrittsverhandlungen einzutreten, andernfalls werde er ihnen die Eisbeine brechen. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, führte er Strafzölle auf Eisbergsalat und Schneeiglus ein.

Die US-amerikanische Regierung hat ferner den Abzug ihrer Truppen aus Deutschland angekündigt. Zudem erklärte sie den Zwei-plus-vier-Vertrag und damit die deutsche Wiedervereinigung für ungültig. Präsident Trump wörtlich: ›Meinetwegen können sich die Russen ihre alte DDR wiederholen! I don’t give a shit.‹ Der Kreml lehnt einen Einmarsch in Ostdeutschland jedoch ab. Präsident Putin teilte mit, Russland sei an einer deindustrialisierten Kolonie mit deprimierten Ureinwohnern nicht interessiert.

Der Konflikt zwischen den USA und Grönland spitzt sich derweil zu. Wie soeben gemeldet wurde, landete an der Westküste der Insel ein Spezialkommando der US-amerikanischen Eishockeynationalmannschaft. Beim Aufeinandertreffen mit der grönländischen Frauenauswahl unterlag das US-Team mit 0:8. Anschließend beantragten die eingedrungenen US-Amerikaner politisches Asyl in Grönland. Ihnen droht bei einer Rückkehr in die Vereinigten Staaten wegen der Niederlage eine Inhaftierung auf Guantanamo.

Beim Staatsbesuch der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Washington ist es zu einer protokollarischen Panne gekommen. US-Präsident Donald Trump fragte Meloni vor laufenden Kameras, ob es stimme, dass sie die Tochter von Benito Mussolini sei, und bat sie, ihrem Vater liebe Grüße auszurichten. Meloni verneinte die Frage und erklärte, sie habe keine Kommunisten in ihrer Familie, und Mussolini sei schon lange tot. Das sei schade, meinte Trump darauf, er hätte zu gerne mal mit Mussolini und Hitler eine Runde Golf gespielt.

Nordkorea hat angeboten, im Konflikt zwischen den USA und Grönland zu vermitteln. Staatschef Kim Jong Un schlug einen Waffenstillstand vor, der durch eine Stationierung nordkoreanischer Truppen auf der Insel abgesichert werden könnte. Bedingung sei die Übergabe von 50 Prozent der grönländischen Bodenschätze.

Der drastische Personalabbau in der US-Regierung ist abrupt zum Stehen gekommen. Hintergrund: Elon Musk, der Chef der ›Effizienzagentur‹ DOGE, hat angeordnet, die Massenentlassungen unnützer Mitarbeiter ab sofort mit Hilfe künstlicher Intelligenz durchzuführen. Er bekam drei Minuten später eine E-Mail von der KI mit seiner Kündigung und wurde von Wachschutzrobotern aus dem Büro geworfen.«

links & bündig gegen rechte Bünde

Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.

  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Hans-Jürgen T. aus Chemnitz (5. März 2025 um 09:08 Uhr)
    Bitte mehr davon, damit man in Situationen, wo die Satire von der Realität rechts überholt wird, immer noch herzlichst lachen kann. Hans-Jürgen Thiele

Ähnliche:

Mehr aus: Feuilleton